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Alexander Fischer - Klavieristik

Der gute Ton

 

 

 

 

 

Der gute Ton

 Was Musiker als „Ton“ bezeichnen, nennt der Akustiker „Klang“.

 Der physikalisch „reine“ Ton, ist nur elektronisch herstellbar. Er besteht aus einer regelmäßigen, periodischen, sinusförmigen Schwingung.

 Der natürliche „Ton“ einer schwingenden Saite, einer Luftsäule, eines Körpers oder einer Membran besteht aus mehreren Teiltönen: dem Grundton, z. B. C, und den Obertönen, in diesem Fall c, g, c’, e’, g’, b’ (etwas tiefer als notiert), c’’, d’’, e’’ usw., die – schwächer als der Grundton – mitschwingen.

 Zweierlei steht hiermit in Verbindung:

Zum einen erklingt je nach Instrument eine andere „Abmischung“ aus den Teiltönen – so wie zwei Malkästen die gleichen Farben haben können, aber in unterschiedlicher Menge. Der Flötenton „a“ ist also nicht gleich dem „a“ einer Geige.

Zum anderen entscheidet die Spielweise über das Freiwerden der Obertöne – so wie verschiedene Grün aus den Farben gelb und blau gemischt werden können. Ein „gedrückter“ Ton wird dabei nicht die Qualität eines „frei gelassenen“ Tones erreichen können.

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 Die – so genannten – Töne, die wir beim Musizieren erzeugen, sind also Schwingungen. Eine Schwingung kann vorhanden sein oder nicht. Sie kann mit einer anderen Schwingung zusammenfallen oder nicht. Zwei Schwingungen können „zusammenklingen“ oder „auseinander“ – im Sinne von Konsonanz und Dissonanz. Die Klaviersaiten selber können in Relation zueinander gestimmt oder verstimmt sein. Der gespielte Ton kann anders sein, als der Komponist es sich gedacht hat. Aber ein Ton kann nicht „falsch“ sein. Nur anders.

 Liebe am Klavier Musizierende! Lasst das Wort „falsch“ in der Schule.

 Wenn euch der erzeugte Klang gefällt, spielt ihn. Kommt ihr – im Vergleich mit dem, was ihr hören wollt, mit anderen Musikern, mit Aufnahmen, durch eure Lehrkraft oder durch das Notenbild – zu der Erkenntnis, dass euer „Zwischenergebnis“ nicht mit dem Stück übereinstimmt, entscheidet euch!

1.     ob ihr die Erfahrung machen wollt, wie sich der Komponist das Stück wohl gedacht hat. Das heißt: ändert euer Erstergebnis, „passt es dem Notenbild an“.

2.     genießt eure Lösung! Fairerweise sagt aber dazu, wenn ihr nicht (mehr) Beethoven, Chopin, Mozart usw. spielt! Schließlich hat sich der Komponist ja für etwas entschieden. Und ihr euch für etwas anderes. – Anbei: Der Genuss ist besonders groß, wenn andere eure Entscheidung mit euch teilen. Sonst lieber zu 1. oder 3. wechseln.

3.     nehmt ein anderes Stück. Oder sogar einen anderen Komponisten. Nicht alles muss jedem und allem gefallen. Davon kann ich ein Lied singen. Und das will auch nicht jeder hören.

© alexander-fischer.at, November 2009